Pressemitteilung zu Kahla Courage vom 08.09.2020

Pressemitteilung

Kundgebung: „Kahla Courage – Vielfalt ist das ganze Leben“

Am Sonntag, den 13.09.2020, wird von 14 bis 18 Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Kahla zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stattfinden. Neben Infoständen wird es auch ein Bühnenprogramm mit Info-Talks und künstlerischen Beiträgen geben. Es gelten Hygieneschutzregelungen.

Vielfalt, Gleichberechtigung und gegenseitige Akzeptanz unterhaltsam zu thematisieren ist das Ziel der Kundgebung „Kahla Courage“ am Sonntag, 13. September ab 14 Uhr auf dem Marktplatz in Kahla.

Das Thema ist eigentlich alltäglich – und doch oft vorurteilsbehaftet: Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

„Es ist wichtig ein positives Zeichen für die tatsächliche Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und für verschiedene Liebes- und Lebensentwürfe zu setzen – auch in Corona-Zeiten. Denn beispielsweise gerade auch unter Heranwachsenden ist die Auseinandersetzung und das Gespräch darüber ein wichtiges und immer wieder aktuelles Thema“, erläutert Franziska Reich, eine Sprecherin der Vorbereitungsgruppe.

Neben Infoständen wird es auch moderierte Talks geben. Akteure aus Vereinen der Region sprechen offen über Grundfragen, Haltungen und Erfahrungen sowie über ihre Angebote für Akzeptanz und Vielfalt. Errungenschaften der Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen Bewegung werden vorgestellt. Aber auch noch vorhandene Leerstellen gerade im ländlichen Raum werden aufgezeigt, etwa fehlende spezialisierte Beratung und Unterstützung.

Die Kundgebung bietet ein wichtiges Thema in bunter Form: So ist neben Vertreter*innen von Vielfalt Leben – QueerWeg Verein für Thüringen e. V. auch die Pfarrerin der Kirchgemeinde Magdala präsent, es wird musikalische Beiträge auf der Bühne geben, die das Motto künstlerisch aufgreifen. On stage zu sehen sein werden neben Poetry Slam und Rap aus Weimar mit Nifty MC auch das Saale-Holzland Quintett, welches bekannte Songs interpretiert.


„Diese Buntheit der Kundgebung wollten wir zunächst mit dem Untertitel „Fest der Vielfalt“ ausdrücken“, erklärt Lisa Müller, ebenfalls Sprecherin der Vorbereitungsgruppe. Das Wort „Fest“ sorgte in Kahla jedoch für Irritationen, hatte man doch sogar das Stadtfest für dieses Jahr absagen müssen. Die Veranstaltenden stellen klar, dass bei „Kahla Courage“ Information und Diskussion zum Thema ganz im Mittelpunkt stehen. Der Untertitel wurde geändert und dies auch bekannt gemacht, so im Gespräch mit dem Sozialausschuss. Angedachte Angebote, um die Teilnahme noch ansprechender zu gestalten, sind gestrichen – ein Zuckerwattestand ebenso wie Kuchen gegen Spende an eine soziale Einrichtung. Auch dadurch soll deutlich werden, dass man auf entstandene Missverständlichkeiten reagiere und diese ausräumen möchte. Nochmals zu betonen ist auch, dass die Stadtverwaltung Kahla nicht in die Vorplanungen involviert war oder Veranstalterin ist.


Veranstaltende sind AIS, ein informeller Zusammenhang von überparteilich antifaschistisch engagierten jungen Menschen aus dem Saale-Holzland-Kreis, Demokratieladen Kahla und Gebietsjugendpflege südliches Saaletal.
Entwickelt wurde „Kahla Courage“ als Projekt aus der Arbeit mit jungen Menschen und Diskussionen mit Engagierten, unterstützt durch den Lokalen Aktionsplan, Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und Landesprogramm „denk bunt“.

Vielfalt ist das ganze Leben – niemand sollte Angst haben müssen die eigene sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität offen auszusprechen. Es ist wichtig sich solidarisch und gemeinsam für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung einzusetzen. Mit Kahla Courage möchten wir die Gelegenheit für Gespräche und Informationen geben.“

Die Kundgebung findet unter Hygieneschutz-Regelungen zur Prävention von COVID-19 statt. Das Schutzkonzept ist vom Gesundheitsamt bestätigt. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Es wird gebeten Mund-Nase-Schutz mitzubringen.

Kahla Courage – Vielfalt ist das ganze Leben

Bereits zum zweiten Mal wird in Kahla eine Kundgebung mit musikalischen Beiträgen für die Sichtbarkeit verschiedener Liebens- und Lebensweisen stattfinden. Sowohl der Zuspruch als auch die erfahrene Ablehnung zeigen, wie wichtig es ist, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt auch im ländlichen Raum zu thematisieren. Nicht nur in größeren Städten gibt es queere Menschen, die sich mehr Angebote und Räume zum Kennenlernen und Austauschen wünschen.

Am 13. September 2020 wollen wir gemeinsam mit Euch Flagge zeigen. Bei einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm feiern wir die Errungenschaften der LSBTIQ*-Szene und diskutieren mit aktiven regionalen Initiativen und Engagierten über Probleme und Leerstellen.

Bühnenprogramm mit:
Nifty MC & Crystal Bee (Rap / Weimar) / Saale-Holzland Quintett (SHK) / Poetry Slam / Redebeiträge & Interviews

Außerdem:
Infostände / Redebeiträge / Soli-Stoffbänder

Sonntag | 13. September 2020 | 14-18 Uhr | Marktplatz Kahla

#KahlaCourage #KeinPlatzFürNazis

Corona-Hinweis (Änderungen vorbehalten):
Mund-Nasen-Schutz innerhalb der markierten Fläche beim Rumlaufen, Mindestabstand, Desinfektion ist vorhanden, bei Erkältungssymptomen besser daheim bleiben. Aufeinander Rücksicht nehmen! 🙂

Da es zu Missverständnissen kam: KahlaCourage ist wie beim letzten Mal (2018) als Versammlung angemeldet. Denn auch zu Corona-Zeiten ist es wichtig sich ernsthaft mit der Situation von verschiedenen Liebes- und Lebensweisen auseinanderzusetzen sowie Vielfalt zu unterstützen. Es gilt das Versammlungsrecht und wir halten uns an Auflagen und die Hygienevorgaben, um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten.

Radtour wider das Vergessen

Bereits im letzten Jahr begaben wir uns auf Spurensuche und radelten zu Orten der Region, an denen Menschen Zwangsarbeit leisten mussten. Dieses Jahr – 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs – machen wir uns erneut auf den Weg: Diesmal nach Kahla, Rothenstein und Jena, um an die Schicksale der Zwangsarbeiter*innen und Akte widerständigen Handelns zu erinnern.

Vorab sprach Radio F.R.E.I. mit unserem Orga-Team über Hintergründe zur Radtour:

https://www.radio-frei.de/index.php?iid=7&pPAGE=2&ksubmit_show=Artikel&kartikel_id=8360

Auch die OTZ berichtet vorab über die Fahrradtour gegen das Vergessen:

https://www.e-pages.dk/otzjena/568/article/1193596/16/4/render/?token=928ad01fbc89944cd45ebf81e33a26a8&vl_platform=ios&vl_app_id=de.zgt.otz.reader&vl_app_version=6.0.0

„Alle anders – alle gleich?“ – Kahlas Bahnhof mit neuem Gesicht

In der ersten Juli-Woche haben Kinder und Jugendliche der weiterführenden Schulen Kahlas die Fassade des Bahnhofsgebäudes in Kahla unter dem Motto „Alle anders, alle gleich“ neu gestaltet.

Sie sprühten in kleinen Gruppen ihre bunten Motive unter Begleitung von den Profi-Sprühern von Farbgefühl auf die Fassade. Die Motive konnten die Teilnehmenden zuvor in angeleiteten Workshops in der Schule und im Demokratieladen erarbeiten und in der Projektwoche selbst im Kreativ-Pavillon vor Ort verfeinern.

Sichtlich Spaß hat es allen bereitet den Umgang mit der Sprühdose und Graffiti als künstlerisches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel kennenzulernen. Wann hat man sonst mal die Möglichkeit sich derart gestalterisch und kreativ experimentierend darin ausprobieren?

Es gäbe noch viel dazu zu sagen und zu schreiben. Beispielsweise über die Schmierereien, die etwa einen Monat später auf der bunten Fassade zu sehen waren und allerlei Hass transportierten. Oder über den offen Freitag, an dem sich auch Erwachsene aus Kahla und Umgebung am Bahnhof verewigten.

An dieser Stelle möchten wir uns aber bei folgenden Menschen und Institutionen für die gute Zusammenarbeit bedanken:

  • Saller Bau GmbH
  • Stadtverwaltung Kahla
  • Deutsches Kinderhilfswerk
  • Sparkassen Stiftung Jena/Saale-Holzland
  • Farbgefühl
  • Heimbürge Schule Kahla
  • Leuchtenburg Gymnasium Kahla
  • Siegfried Schaffner Schule Kahla
  • Naturfreunde Jugend Thüringen
  • Nahkauf Loch in Kahla
  • Bildungswerk BLITZ e.V.

Presse:

https://www.otz.de/regionen/jena/kahlas-visitenkarte-wird-aufgehuebscht-schueler-verschoenern-fassade-des-bahnhofs-id226302071.html

https://www.otz.de/regionen/jena/kinderhilfswerk-und-freistaat-unterstuetzen-graffiti-projekt-in-kahla-id226372309.html

https://www.otz.de/regionen/eisenberg/rechtsextreme-propaganda-am-kahlaer-bahnhofsgebaeude-veraergert-id226788875.html

9. November | 2. Stolpersteinaktion in Kahla

Kein Verblassen – Kein Vergessen! | Kahla, 9. November 2018, 10:00-12:00 | Treffpunkt vor dem Rathaus, 10 Uhr

Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht laden wir die Kahlaer Bürger*innen unter dem Motto „Kein Verblassen – Kein Vergessen“ zu einer Stolpersteinaktion am 9. November in Kahla ein. Wir, das sind der Demokratieladen Kahla und der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. gemeinsam mit der Heimbürgeschule und dem Gymnasium „Leuchtenburg“.

Wir wollen gemeinsam mit euch und Ihnen der verfolgten Kahlaer Bürger*innen gedenken und an die Umstände des 80. Jahrestages der Pogromnacht erinnern. In der Gedenkstunde reinigen Schüler*innen die Stolpersteine und wir berichten aus dem Leben der verfolgten Kahlaer Jüd*innen. Diese Aktion begleiten die Schüler*innen der Regelschule „Heimbürgeschule“ und des Gymnasiums „Leuchtenburg“ mit Musik und Gedichten.

Wir sehen uns am 9. November 2018 10 Uhr vor dem Rathaus!

Ein kleiner Rückblick auf den Mai

Aktion zum IDAHoBIT* am 15.05.2018 auf dem Rathausplatz Kahla

Im Mai war einiges los in Kahla – wir feierten den Internationale Tag gegen Homo-, Trans-, Bi-, und Interphobie auf dem Rathausplatz und luden zu einer interessanten Lesung zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Homophobie ein. Im Gymnasium wurde die Ausstellung „Freiheit Kontra Hitlerjugend – Jugendgruppen in Sachsen 1933-1945“ gezeigt, die sich mit jugendlichen Widerstandsbewegungen zu Zeiten des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Wir beteiligten uns an dem Austausch mit Schüler*innen aus Castelnovo ne’Monti zur wertvollen Erinnerungsarbeit über die in Kahla eingesetzten Zwangsarbeiter in den Jahren 1944/45. Auch einige Verteilerkästen wurden durch einen Graffiti-Workshop bunt gestaltet.

Am 14. April kam es zu einem Übergriff auf junge Menschen in einer Einrichtung für minderjährige Schutzbedürftige, darauf reagierte die Akteursrunde für ein demokratisches Kahla. Zudem gab es auch am 7. Mai eine Veranstaltung auf dem Rathausplatz.

Im Mai wurde zudem eine Haftsprache gegen einen stadtbekannten Neonazi aus Kahla verhängt, der für den Anschlag auf das SPD Bürgerbüro und den Demokratieladen im Februar 2016 verantwortlich sein soll.

„Wir möchte uns bei all den couragierten und mutigen Menschen bedanken, die gemeinsam mit uns dem alltäglichen Anliegen folgen den abstrakten Begriff der „Demokratiestärkung“ positiv zu füllen. Denn es zeigt sich immer wieder wie bitternötig die Auseinandersetzung mit rechten, rassistischen und andere Formen der Diskriminierung ist und, dass es Menschen braucht die darauf hinweisen und dagegensprechen, damit sie nicht unbemerkt bleiben. Damals wie heute wollen wir die Notwendigkeit betonen, Partei für Betroffene rechter Gewalt zu ergreifen, sich auch öffentlich mit ihnen zu solidarisieren. Unsere Ladentür steht allen offen, die in diesem Sinne aktiv werden wollen, wir freuen uns auf euch!

Wir feiern 5 Jahre Demokratieladen in Kahla!

5 Jahre Demokratieladen, das dürften wir am 17. April 2018 mit vielen Freundi*nnen und Unterstützer*innen feiern. Wir bedanken uns sehr für die Geschenke, den Zuspruch und die Kraft die wir an diesem Tag erfahren dürften. Wir möchte uns bei all den couragierten und mutigen Menschen bedanken, die gemeinsam mit uns dem alltäglichen Anliegen folgen den abstrakten Begriff der „Demokratiestärkung“ positiv zu füllen. Denn es zeigt sich immer wieder wie bitternötig die Auseinandersetzung mit rechten, rassistischen und andere Formen der Diskriminierung ist und, dass es Menschen braucht die darauf hinweisen und dagegensprechen, damit sie nicht unbemerkt bleiben. Damals wie heute wollen wir die Notwendigkeit betonen, Partei für Betroffene rechter Gewalt zu ergreifen, sich auch öffentlich mit ihnen zu solidarisieren. Unsere Ladentür steht allen offen, die in diesem Sinne aktiv werden wollen, wir freuen uns auf euch!

„Ein Kindergeburtstag, der so keiner ist, wurde in der Margarethenstraße gefeiert – mit gigantischer Torte.“

 

 

FSK-16-Wahl: jetzt auch für Landrats- und Bürgermeisterwahl am 15. April

Am 8. März fand im Cafe International in Eisenberg die Veranstaltung zum Jahresauftakt 2018 des LAP im SHK statt. Im Mittelpunkt standen Vorhaben und Planungen und der Aufruf: Geht Wählen!

„Neues aus der fabelhaften Welt der Demokratie!“ – das war das Motto beim LAP-Jahresauftakt am vergangenen Donnerstag im Cafe International in Eisenberg. Am Anfang der gut besuchten Veranstaltung stand ein Aufruf zur „FSK-16-Wahl“: Denn neu ist, dass bei der Landrats- und Bürgermeisterwahl am 15. April das Wahlalter gesenkt ist. Schon ab 16 Jahren kann man nun mitbestimmen.

Mehr dazu und zum Jahresprogramm 2018 des LAP im SHK findet sich hier: www:vielfalt-im-shk.de/neues-aus-der-fabelhaften-welt-der-demokratie/

16.04. – Der NSU_Komplex und die Saboteure der Aufklärung

Kahla, 16.04.2018, 18:30 – 20:30 Uhr, Eintritt frei – Veranstaltung zum NSU-Komplex mit Friedrich Burschel (Radio Lotte Weimar, NSU-Watch, Rosa Luxemburg Stiftung Berlin)

Der NSU_Komplex und die Saboteure der Aufklärung
Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex

Nachdem im Münchener NSU-Prozess nach langen Durststrecken und dem monatelangen, turbulenten Showdown der psychiatrischen Gutachter im Juli 2017 endlich das Ende der Beweisaufnahme erreicht wurde, ist jetzt der Weg frei für die Plädoyers und das Urteil. Den Auftakt machte die Bundesanwaltschaft Mitte des Jahres an acht Verhandlungstagen und übertrifft mit ihrer kontrafaktischen Zusammenfassung noch die schlimmsten Befürchtungen, selbst wenn sie unerwartet harte Strafen fordert und die ideologischen Hintergründe der Angeklagten minutiös ausleuchtet. Außerdem beginnt im Gerichtssaal und in den Medien eine „Frontbegradigung“, die es ermöglichen soll, nach seinem Ende den Prozesses als Ruhmesblatt des Rechtsstaates abfeiern zu können, obwohl die wesentlichen Fragen bis heute unbeantwortet sind und niemand deren Beantwortung mehr im A 101 des Münchener Strafjustizzentrums erwartet.

Mit dem Beginn der Plädoyers der Nebenklage jedoch schlägt im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht (OLG) in München noch einmal die Stunde der Wahrheit: Mit brillanten und aufeinander abgestimmten Schlussvorträgen fächerten die Vertreter der Betroffenen des NSU-Terrors noch einmal den ganzen Skandal auf, den der „NSU-Komplex“ darstellt und zu dessen Aufarbeitung und Aufklärung der Mammutprozess auch nach 400 Verhandlungstagen und viereinhalb Jahren Laufzeit nicht eben viel beigetragen hat. Beantwortet sind die allerwenigsten Fragen vom Beginn des Prozesses, geklärt kaum eine der zahllosen, haarsträubenden Ungereimtheiten, die die Diskussion bestimmen. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den (unterdessen DREIZEHN) Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Im Gegenteil, die Zuspitzung: „Dem Inlandsgeheimdienst konnte nichts Besseres passieren als der NSU“, ist so gültig wie schon kurz nach dem Aufliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Bei immer neuen entpolitisierten „Sex & Crime“-Schlagzeilen im NSU-Kontext punkten Medien in der kurzlebigen Aufmerksamkeitsökonomie ohne die wesentlichen Fragen zu stellen.
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Typisch Frau?! Schülerinnengruppe startete Umfrage in Kahlaer Fußgängerzone

Kahla, 8. März 2018 – Frauen können nicht einparken und Männer schlecht zuhören? Damit wollte sich eine Gruppe engagierter Schülerinnen aus Kahla und Umgebung nicht zufrieden geben. Doch wie denken eigentlich die Menschen in Kahla darüber?

Um das heraus zu finden, befragte die Gruppe aus Schülerinnen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Demokratieladen und der mobilen Jugendarbeit am Donnerstag zum internationalen Frauentag am 8. März, Passantinnen und Passanten in einer Fußgängerzone in Kahla. An einer Pinnwand konnten sie die Aussagen „Frauen sind von Natur aus einfühlsamer als Männer“, „Männer haben von Natur aus  einen besseren Orientierungssinn als Frauen“ und „Frauen können von Natur aus gut mit Technik“, als mehr oder weniger zutreffend bewerten. Außerdem ordneten die Befragten Spielzeug in die Kategorien „für Mädchen“, „für Jungs“ oder „für beide“ ein. In den Gesprächen fielen dabei häufig Sätze wie „Auch Jungs spielen manchmal mit Puppen.“ oder „Das kann man doch nicht einfach verallgemeinern.“.

Durch die Diskussion über Rollenklischees setzten sich alle Beteiligten kritisch mit den eigenen und den gesellschaftlichen Geschlechterrollenbildern auseinander. Zur Freude der Initiatorinnen und Initiatoren zeigte sich ein differenziertes Bild, so stimmten viele der Befragten den stereotypen Aussagen nicht oder nur teils zu. Die Initiatorinnen und Initiatoren seien auch der Meinung, dass jeder Mensch individuell sei und jeder andere Fähigkeiten und Interessen habe, die nicht am biologischen Geschlecht festmachen könne.

Anlass für die Aktion war der internationale Frauentag, der traditionell auch mit feministischen Aktionen und Demonstrationen verbunden ist. Initiiert wurde dieser Tag von der Sozialistin Clara Zetkin, die auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz im Jahr 1910 für die Einführung eines internationalen Frauenkampftags warb. Ein Jahr später wurde der erste Frauentag gefeiert, zunächst jedoch am 19. März. Erst im Jahr 1921 wurde das Datum auf den 8. März verlegt, zu Ehren des Streiks der Bewohnerinnen von Petrograd, die durch ihre Proteste maßgeblich an der Auslösung der Februarrevolution beteiligt waren. Im Nationalsozialismus wurde der internationale Frauentag, wie viele andere sozialistische und kommunistische Traditionen verboten. Dennoch wurde er weiterhin im Privaten gefeiert und wurde so ein Teil des Widerstands gegen das faschistische Regime. Nach dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland wurde der Frauentag wieder offiziell bestritten und erlebte 1994 in der Bundesrepublik durch den bundesweiten FrauenStreikTag ein politisches Comeback. Heute ist der internationale Frauentag in 26 Ländern ein offizieller Feiertag.